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Warum Kastration?



Die Kastration dient in erster Linie der Vermeidung von ungewolltem Nachwuchs.
Aber es gibt auch gute Gründe die Böckchen bei reiner Bockgruppenhaltung von vorneherein
kastrieren zu lassen. Häufig werden in Zoogeschäften und leider auch bei Züchtern
zwei sehr junge Böckchen unter 12 Wochen gemeinsam verkauft. Die Kastration
ist da in jedem Falle von Vorteil. Das männliche Geschlechtshormon Testosteron
wirkt in Verbindung mit dem Stresshormon Adrenalin als Aggressionsverstärker.
Durch die Kastration werden die Buben also weniger aggressiv.

Die Neuvergesellschaftung mit einem neuen Partner bei Verlust
ist bei unkastrierten Buben, die ohne Erwachsenen aufgewachsen
und schlecht sozialisiert sind schwierig. Häufig wird dann zu einem Frühkastraten
unter 6 Wochen als Partner geraten. Dieser wird aber schnell größer und tanzt dem
alten Mann dann schnell auf der Nase herum. Wenn der übriggebliebene Bube
dann schon kastriert ist, kann man nahtlos Mädels zu ihm setzen.
Lässt man ihn erst dann kastrieren, muss er sechs Wochen Kastrationsquarantäne
alleine absitzen, weil er noch so lange zeugungsfähig ist.
Sechs Wochen Einsamkeit sind für Meerschweinchen eine Ewigkeit!

Häufig bleibt aus Bockpaaren auch irgendwann ein greiser Bock übrig.
Ihn dann noch kastrieren zu lassen birgt ein erhöhtes Risiko.
Es ist nicht einfach für diesen Buben dann einen neuen Partner oder gar ein
neues Zuhause zu finden. Ihn alleine zu halten ist auch keine Option.
Also ist eine frühzeitige Kastration auch eine Altersvorsorge für jedes
männliche Meerschweinchen.

Als Gegenargument wird häufig genannt, dass Kastraten sehr schnell dick
und faul würden, oder dass das Risiko der Narkose zu hoch sei.
Bei Frühkastrationen wird als Argument häufig genannt, die Buben blieben
kindlicher und würden später ihre Aufgabe als Kastrat nicht wahrnehmen.
Das alles können wir nicht bestätigen. Wir haben in unseren Pflegestellen
ebenso dicke Kastraten als auch Vollböcke sitzen. Das Körpergewicht hängt
in erster Linie von einer gesunden Ernährung und viel Bewegung ab.
Wir habe in unseren Pflegestellen Frühkastraten sitzen die groß, kräftig,
also wirklich männlich aussehen und sehr wohl wissen, was sie mit Mädels anfangen sollen.
Auch die Halter der von uns vermittelten Frühkastraten können dies nur bestätigen.


Das Narkoserisiko ist heutzutage gering. Moderne Narkosen und meerschweinchen-
erfahrene Tierärzte minimieren die Gefahr. Es ist dabei darauf zu achten, dass die Narkose
eine vollständig antagonisierbare Injektionsnarkose  oder eine Inhalationsnarkose ist.

Zum Thema Narkose und Operationen...

Copyright, G. Busch, 2016


Video I: Kastration, die Vorbereitung

Video II: Kastration, die OP


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