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Vom Umgang mit dem Tod

Meerschweinchen haben wie viele Halter wissen ein sehr intensives Sozialverhalten.
Über eine differenzierte Laut- und Gebärdensprache kommunizieren sie ständig miteinander.
Häufig entwickeln sich innige Freundschaften zwischen zwei oder mehr Tieren.

Manchmal kann man beobachten, daß einige Tiere ein bestimmtes Bezugsschweinchen,
einen besten Freund oder Freundin, ein Vorbild haben, mit dem sie alles gemeinsam machen.

Ganz sicher ist jedes Gruppenmitglied ein wichtiger Teil der Gemeinschaft.

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Was passiert aber, wenn ein Tier der Gruppe stirbt oder einfach „verschwindet“?
Empfinden Meerschweinchen Trauer oder Verlust?


Ich kann Euch aus eigener Erfahrung diese Frage klar mit „ja“ beantworten!

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Die anderen Gruppenmitglieder suchen beim Verschwinden eines Tieres nach
dem verloren gegangenen Mitglied. Nun haben Meerschweinchen keine sehr
lange Erinnerung, sie vergessen schnell und konzentrieren sich auf das Neue in ihrem Leben.

Manchmal stirbt ein Gruppenmitglied inmitten seiner Kollegen. Die anderen Mitglieder
suchen den toten Körper auf, untersuchen,
belecken und beriechen ihn
und häufig wird der Platz an dem das jeweilige Tier gelegen hat anschließend gemieden.
So war das
Lieblingshäuschen des 6 Jahre alten Pinkernell Baer bei mir tagelang ungenutzt und leer.

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Beste Freunde!

Die besten Freunde Urmel und Mäxchen taten über 2 Jahre alles gemeinsam.
Als Mäxchen dann plötzlich und unerwartet
in der Nacht gehen mußte, saß Urmel
stundenlang neben
seinem toten Freund, bis ich ihm morgens entfernte.
Als ich Stunden später von der Arbeit nach Hause ka
m, bot sich mir ein seltsames Bild.
Urmel hatte die S
pitzen aller Fichtenzweige, die ich als Futter und Dekoration in unserem
Eigenbau angebracht hatte, abgebissen und an dem Sterbeplätzchen
seines besten
Freund
es angehäuft. Er muß dazu durch alle 3 Etagen des Cavy Hilton
(so heißt unser EB)
gewandert sein um diesen großen Haufen zusammen zu bekommen.
Dann schien er zufrieden und ging fort zu den anderen Freunden ein Stockwerk tiefer.

Er ging seither niemals mehr in diese Stockwerk und ich habe ihn schließlich
in eine ganz andere Gruppe vergesellschaftet.

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Wenn Meerschweinchen einen Partner verlieren, dann empfinden sie unter Umständen
so starke Trauer, daß sie das Fressen einstellen und sich völlig zurückziehen,
besonders dann, wenn sie den Tod des Partners miterleben.
Wird ein todkrankes Tier einfach aus der Gruppe herausgenommen, dann
bemerken sie ganz sicher den Verlust und suchen nach dem vermissten Freund.

Sie verbinden aber das Verschwinden nicht mit dem Tod eines Schweinchens.
Das Tier ist nur einfach fort und kommt nicht zurück.

Deshalb ist es in jedem Fall besonders in 2er Gruppen sehr wichtig den verstorbenen
Freund
schnell durch ein neues Partnertier zu ersetzen. Einsamkeit und Trauer/Verlust
können zu ernsthaften Erkrankungen, Futterverweigerung und
Persönlichkeitsveränderungen bei den sehr sensiblen Meerschweinchen führen.
Ein neuer Partner bringt
Ablenkung für das zurückbleibende Schweinchen und läßt den Verlust schnell vergessen.

Wer sich als Halter nicht zu einer Fortführung der Paar-Haltung entscheiden kann,
sollte in solchen Situationen ernsthaft über die Abgabe des einzelnen
Meerschweinchens nachdenken. Einzelhaltung ist in jedem Fall a
bzulehnen!

Eine weitere Alternative ist die Aufnahme eines Leihmeerschweinchens.
Solche Tiere werden von Notstationen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz angeboten.
Diese oder der verbliebener Partner können nach dem Ableben eines der Tiere
zu der jeweiligen Notstation zurückgegeben werden und wird dann in ein endgültige, artgerechtes Zuhause vermittelt.

Kein Meerschweinchen wird mehrmals ausgeliehen.


Der Tod gehört zum Leben dazu, wie Freude und Schmerz.
Ganz sicher erfahren auch unsere liebenswerten Fellmurmeln diese v
öllig gegensätzlichen Gefühle!

Sterbebegleitung!

Der taub-blinde Freddy vorne leistet seinem im Sterben liegenden Freund Woody Gesellschaft!

Copyright: Gabi Busch, 2014


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Das Testament eines Meerschweinchens


Während die Menschen sich die Köpfe über ihr Testament zerbrechen,
haben wir Meerschweinchen die Lösung längst gefunden.
Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament um ihr Heim und alles was sie haben,
denen zu hinterlassen, die sie lieben.
Ich würde auch ein Testament machen, wenn ich schreiben könnte.

Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Meerschweinchen würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf mit Gemüse, mein kuscheliges Häuschen im Eigenbau,
mein weiches, leckeres Heu, meine Erbsenflocken
und den so geliebten Kuschelsack,
die sanft kraulende Hand an meinem Hals,
die liebevolle Stimme die mir Futter verheisst,
den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe, die mir zu guter letzt
zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
umgeben von Freunden.

Wenn ich einmal sterbe, dann sag bitte nicht:
"Nie wieder werde ich ein Tier haben, der Verlust tut viel zu sehr weh!"

Such Dir ein einsames, ungeliebtes, verstoßenes Meerschweinchen aus und gib ihm meinen Platz.

Das ist mein Erbe.
Die Liebe die ich zurücklasse ist alles was ich geben kann.

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Regenbogenbrücke


Die Regenbogenbrücke

Es gibt eine Brücke, die den Himmel und die Erde verbindet.
Weil sie so viele Farben hat, nennt man sie die Regenbogenbrücke.

Auf der jenseitigen Seite der Brücke liegt ein wunderschönes Land
mit blühenden Wiesen, mit saftigem grünen Gras und traumhaften Wäldern.

Wenn ein geliebtes Tier die Erde für immer verlassen muss,
gelangt es zu diesem wundervollen Ort.

Dort gibt es immer reichlich zu fressen und zu trinken,
und das Wetter ist immer so schön und warm wie im Frühling.
Die alten Tiere werden dort wieder jung und die kranken Tiere wieder gesund.
Den ganzen Tag toben sie vergnügt zusammen herum.

Nur eines fehlt ihnen zu ihrem vollkommenen Glück:
Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.

So rennen und spielen sie jeden Tag miteinander,
bis eines Tages eines von ihnen plötzlich innehält und gespannt aufsieht.
Seine Nase nimmt Witterung auf, seine Ohren stellen sich auf,
und die Augen werden ganz groß.

Es tritt aus der Gruppe heraus und rennt dann los über das grüne Gras.
Es wird schneller und schneller, denn es hat Dich gesehen!

Und wenn Du und Dein geliebtes Tier sich treffen,
gibt es eine Wiedersehensfreude, die nicht enden will.
Du nimmst es in Deine Arme und hältst es fest umschlungen.
Dein Gesicht wird wieder und wieder von ihm geküsst,
deine Hände streicheln über sein schönes weiches Fell,
und Du siehst endlich wieder in die Augen Deines geliebten Freundes,
der so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber niemals aus Deinem Herzen.

Dann überquert ihr gemeinsam die Regenbogenbrücke
und werdet von nun an niemals mehr getrennt sein...

Autor des Originals Paul C. Dahm, Übersetzung von Carmen Stäbler







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