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Ich möchte einmal Babies haben. Was muss ich beachten?


Das Muttertier sollte nicht jünger als 6 Monate und nicht älter als 8 Monate sein.
Es sollte kräftig, gut ernährt, aber nicht zu dick sein. Das gilt natürlich auch für das Vatertier.
Ältere Tiere haben bereits ein zu versteiftes Becken und können meist nicht mehr auf natürlichem Weg gebären.
Zu dicke oder unterernährte Tiere können Stoffwechselprobleme bekommen (Toxikose) und daran versterben.

Toxikose
Die hochtragende Dörte mit Toxikose, leider mußte sie erlöst werden. Auf dem Röntgenbild konnten nur noch
unscharf Babys gesehen werden, sie war daran sie zu resorbieren. Diagnose: Sepsis, ein Kaiserschnitt kam nicht mehr in Frage.
Foto zur Verfügung gestellt von Johanna Nusser.


Wenn kein männliches Tier vorhanden ist, dann muss man eines anschaffen oder ausleihen.
Hier ist an die Gefahr möglicher Infektionen zu denken und auch daran, dass der künftige Vater Parasiten
und/oder Hautpilze in den Bestand mitbringt. Das kann beim Tierarzt dann teuer werden und ist
möglicherweise gefährlich für alle Meerschweinchen und sogar den Halter.

Es sollte ein Abstammungsnachweis des Vaters und der Mutter vorhanden sein,
damit es bei der Verpaarung nicht zu einem Unglück kommt. Treffen die falschen genetischen
Erbanlagen aufeinander, kann es zu schwerstbehinderten Jungen (blind, taub, fehlende Zahnanlagen, Herzfehler...)
kommen, z.B. bei der Verpaarung von Schimmel x Schimmel, Schimmel x Dalmatiner oder Dalmatiner x Dalmatiner.
Ein solches Tier ist nicht optisch erkennbar. Ein einziges weißes Haar im Fell, und das Tier kann ein Schimmel
oder Dalmatiner sein. Vielleicht ist aber gerade dieses weiße Haar ausgefallen und noch nicht nachgewachsen?
Die Nachkommen (Lethal Whites) sind dann schwerstbehindert oder kommen tot zur Welt.
Nicht selten stirbt dabei auch das Muttertier...

C. Schicketanz
Blind und taub, unfähig Kontakt zu Artgenossen aufzunehmen.
Unfähig jemals normale Nahrung aufzunehmen, weil Zähne fehlen.
Alle 3 bis 4 Wochen Zahnbehandlung unter Narkose beim TA, weil der Gegenbiss fehlt...


Falls etwas schief geht, sollte ein guter Tierarzt erreichbar sein, der einen Kaiserschnitt
auch mitten in der Nacht erfolgreich durchführen kann. Das ist nicht billig und kann leicht
300 Euro und mehr kosten. Falls das Muttertier dabei verstirbt, sollten Spezialnahrung und die
Zeit vorhanden sein, die Jungen über Wochen alle 2 Stunden bei Tag und Nacht per Hand aufzuziehen.
Auch sollte das dazu nötige Wissen vorher vorhanden sein.

JulevorToxikose
Diese drei Jungtiere haben das Licht der Welt nicht erblickt.
Auch die Mutter überlebte den Kaiserschnitt leider nicht.


Wenn alles gut geht, dann sollten alle männlichen Jungen zügig frühkastriert werden.
Das setzt wiederum voraus, dass das finanziert werden kann und dass ein fähiger Tierarzt vorhanden ist.
Das ist gar nicht so selbstverständlich, oft muss man weit fahren um zu einem solchen TA zu gelangen.
Mit 21 Lebenstagen trinken die Jungen noch Muttermilch, werden aber bereits geschlechtsreif
und Männchen können die Mutter und die Schwestern decken. Eine Kastration kostet 70 bis 100 Euro
und es können z.B. auch 6 männliche Junge zur Welt kommen.

Ebenso muss der Vater bereits vor der Geburt getrennt werden. Er würde sonst die Mutter unmittelbar
am Tage der Geburt wieder decken. Dann ist ca. 68 Tage später wieder mit Nachwuchs zu rechnen.
Das kann für das Muttertier dann tödlich enden. Eine Trächtigkeit ist eine Strapaze und kein Kinderspiel.

Was passiert aber mit dem Vatertier, wenn man keinen weiteren Nachwuchs möchte? Entweder man lässt ihn
kastrieren und setzt ihn nach 6 Wochen Einzelhaft (!) zu der Mutter zurück, oder er muss abgegeben werden.
Einen unkastrierten Bock zu vermitteln, gleicht einem 6er im Lotto. Also fallen nochmal Kosten
für die Kastration des Vaters an. Auch dann muss er 6 Wochen in Einzelhaft, bevor er wieder zu Mädels darf.
Einzelhaft ist für ein Meerschweinchen ein ganz fürchterlicher Zustand!

Dazu kommt, dass es bereits reichlich ungewollte und unbequem gewordene MS gibt,
die in Tierheimen und Nothilfen ein neues Zuhause suchen. Unzählige Vermehrer und Züchter
bieten ihre Jungen über Kleinanzeigen und das schwarze Brett im Supermarkt an.
Der Markt ist gesättigt und es ist schwer Jungtiere überhaupt zu vermitteln,
vor allem dann, wenn das neue Zuhause auch artgerecht sein soll.

Findelkinder
Ausgesetzte Findelkinder, nur zwei haben überlebt...

Bedenken Sie auch, dass jedes MS mindestens 0,5 bis 1 m² Platz benötigt,
auch kleine, süße Baby-Meerschweinchen werden viel zu schnell groß.
Auch sie machen Arbeit und brauchen Platz!

Findelkinder
Oft wird aus dem geplanten Erlebnis des "Wunders entstehenden Lebens"
ein fürchterlicher Notfall mit vielen Meerschweinchen...


Haben Sie also genug seelische Kraft, Wissen, Zeit, Platz
und Geld um alle möglichen Szenarien zu bewältigen?
Können auch Ihre Kinder damit umgehen?




Ein Link zum weiteren Lesen!


Achtung, nun wird es grausig!
Bei schwachen Nerven bitte nicht ansehen...









Am 20. März 2015 brachte Ida fünf Junge zur Welt. Sie stammte aus einer Haltung, in der keine
Geschlechtertrennung vorgenommen und so Nachwuchs in Kauf genommen wurde.
Ida war also ständig tragend und gebar eines ums andere Mal Junge.
Selbst nur 600 g schwer, zehrte sie dieser Kraftakt so sehr aus, das sie diesen Wurf zu früh
geboren hat. Vier der Jungen waren tot, ein fünftes lebte nur wenige Minuten
und verstarb in unseren Händen mit 28 g Körpergewicht. Die folgenden Fotos sind nichts
 für schwache Nerven, sollen aber als eine Mahnung an all diejenigen gelten, die
vorhaben "nur einmal Babies" haben zu wollen.
Die Mutter starb 8 Tage später an den Folgen einer Trächtigkeitstoxikose!

Idas Babies  Idas Babies
                  2

Dieses Jungtier zerriß es bei der Geburt. Seine Mutter wurde mit 4 Jahren zum ersten Mal gedeckt.
Leider starb die Mutter wenige Tage später. Die Beckenbänder waren gerissen und das Becken beschädigt.
Auch der beste Tierarzt konnte nicht mehr helfen!

Zerrissen!
Foto zur Verfügung gestellt von Martina Aschenbrenner.

Steinfrucht  Steinfrucht 1  Steinfrucht Heike

Sogenannte "Steinfrüchte", im Mutterleib mumifizierte Junge.
Fotos zur Verfügung gestellt von Jacqueline Münch und Heike Appelhagen.


Harburg   Harburg   Harburg   Harburg
Zur Vergrößerung Fotos anklicken!
Verkrümmung der Extremitäten durch Inzest, das bedeutet lebenslange Behinderung...


Norderstedt
Zur Vergrößerung Fotos anklicken!
Diese Baby kam tot zur Welt...



Sollten diese erschreckenden Bilder Ihnen nicht Grund genug sein,
von Ihrer Absicht zur Vermehrung abzulassen?



Noch meeeeer Gruselgeschichten...


Link: Gegen Vermeeeeeeeerung und einfach nur mal Babies haben!


© Gabriele Busch, 2016 - 2021