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Warum immer ein Kastrat in einer Weibchengruppe leben sollte!




Meerschweinchen sind Harems-Tiere, ihre wilden Vorfahren leben in den peruanischen
Anden in Großfamilien. Der Leitbock ist der Herrscher über viele Weibchen
und den gemeinsamen Nachwuchs. Seine Aufgabe ist es mit möglichst vielen
Weibchen Nachwuchs zu zeugen, um seine genetischen Erbeigenschaften an die folgenden
Generationen weiterzureichen.

Ein Kastrat kann diese Aufgabe zwar nicht mehr erfüllen
weil er zeugungsunfähig ist, jedoch kann er weiterhin alle Aufgaben eines
Herrschers übernehmen. Er wird Streit zwischen seinen Weibchen schlichten
und durch seine Anwesenheit für Sicherheit und ein friedliches
Zusammenleben sorgen. Er wird sicher ein Lieblingsweibchen auswählen
und trotzdem niemals die anderen Weibchen aus dem Auge verlieren.
Instinktiv wird er sie bewachen, damit kein fremdes Männchen ihm seinen Harem stiehlt.

Ein Kastrat erfüllt auch der Gesundheit dienliche Aufgaben für seine Weibchen.
Weibliche Meerschweinchen haben keine Menopause wie wir Menschen. Sie menstruieren nicht!
Sie können nur einen Eisprung haben, wenn ein männliches Tier aufreitet
und den Deckakt vollzieht. Das tut auch ein zeugungsunfähiger Kastrat.
Bei der Kastration wurden ihm zwar die Hoden entfernt, nicht jedoch das Gehirn.
Wird eines seiner Weibchen brünstig (alle 14 bis 18 Tage), dann wird er sich sehr
um ihre Gunst bemühen und den Deckakt mehrfach durchführen.


Rudeltiere
Quelle: Alina Harlos



Weibliche Meerschweinchen benötigen dringend ein männliches Tier in der Gruppe,
damit sie ihren Hormonhaushalt kontrollieren können. Weil wir natürlich keine
Jungen möchten, kann dies auch ein Kastrat sein. Seine männlichen Duftstoffe/Pheromone,
die von der Kaudaldrüse abgesondert werden, werden bei den Weibchen von winzigen
Einbuchtungen auf beiden Seiten der Nasenscheidewand aufgenommen (Vomeronaseles Organ).
Diese Organ gibt neuronale Signale über die Amygdala an die Hypophyse weiter.
Diese Signale sorgen dort für die Regulation der Bildung von LH (Luteinisierendes Hormon).
Dadurch wird ein Weibchen regelmäßig alle 14 bis 18 Tage brünstig (normaler Zyklus).
Beim Sex selber, der auch bei einem Kastraten stattfindet, kommt es durch mechanisch-neuronale Reize zum Eisprung.
Je öfter die Kopulation stattfindet, desto eher findet auch der Eisprung statt.
Ohne Kopulation/Sex, kein Eisprung.
Ist nun kein männliches MS anwesend und es kann zwangsläufig auch kein Eisprung stattfinden,
dann bilden sich aus den reifen Eizellen im Eierstock Zysten, die die Größe von Hühnereiern
erreichen können oder/und auch männliche Geschlechtshormone ausschütten können.
Die Folgen sind Haarausfall, vor allem an den Flanken, männliches und aggressives Verhalten
mit Dominanzverhalten, Verdauungsprobleme (Verdrängung der inneren Organe durch die Zysten)
und leider auch Tumore an den Eierstöcken und der Gebärmutter.


Externer Link zu diesem Thema: https://www.salat-killer.de/geschlecht/pl_zyklus.html

Eierstockzysten
Quelle: http://www.tierambulanz-brigittenau.at


Norderstedt   Norderstedt   Norderstedt
Zur Vergrößerung Fotos anklicken!
Bienchen wurde am 21. Juni 2019 bei uns abgegeben. Sie leidet unter Eierstockzysten
und ist bis zur Schulter fast nackt. Sie wird in unserer Pflegestelle bleiben.


Bitte halten sie deshalb immer einen Kastraten mit Ihren Weibchen zusammen!



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