Ernährung und Pflege
Ernährung
Foto zur Verfügung gestellt mit freundlicher Genehmigung von Astrid Kull von den "Vierländer Wonneproppen".
Meerschweinchen sind reine Pflanzenfresser. Gutes Heu darf niemals fehlen.
Frisches Wasser (Nippeltänke oder Napf) muss ebenfalls immer zur freien
Verfügung angeboten werden. Ein Meerschweinchen benötigt außerdem täglich frische Wiese mit Kräutern
oder ersatzweise (z.B. im Winter oder bei schlechter Verfügbarkeit) mind. 300 g frisches Gemüse
(Blattgemüse, Gemüsegrün, wenig Knollengemüse) und Obst (1 x wöchentlich als Leckerchen).
Wiese (Gräser und Wildkräuter) ist gekauftem Gemüse in jedem Fall vorzuziehen,
da sie eher dem natürlichen Nahrungsspektrum der Meerschweinchen entspricht.
Dieses sogenannte Frischfutter sollte auf mehrere Mahlzeiten täglich verteilt
angeboten werden und aus mindestens 5 verschiedenen Komponenten bestehen.
Dabei müssen neue Komponenten stets vorsichtig angefüttert werden, weil sie
sonst zu Verdauungsbeschwerden führen können. Meerschweinchen haben einen
sogenannten "Stopfmagen- und darm". Sie nehmen ihre tägliche Nahrung in
80 bis 100 Kleinportionen zu sich und dürfen niemals hungern.
Bei Nahrungsentzug oder -verweigerung kommt es unweigerlich zu
schwerwiegenden Gesundheitsfolgen. Meerschweinchen können kein Vitamin C
selber herstellen, es muss ihnen mit dem Frischfutter zugeführt werden.
Frische Zweige mit Laub ergänzen die Nahrungspalette und sorgen
neben dem Heu für den nötigen Zahnabrieb.
Ungeeignet und gesundheitsgefährlich sind handelsübliche Trockenfuttermittel mit oder ohne Getreide, Pellets,
getrocknetem Gemüse, Knabberstangen, bunte Ringe und Drops, Salzlecksteine, Kalk- und Knabbersteine,
Vitamin- und Mineralstoffpräparate, Joghurtdrops und trockenes, hartes Brot.
Zitat Priv. Doz. Dr. med. vet. Birgit Drescher (Tierärztin mit Spezialgebiet Zahnheilkunde):
..."Snacks für Kaninchen und Meerschweinchen beinhalten gemäß der Packungsdeklarationen
Zucker, Mehl, Maiskleie, Hartbisquit, Zuckerrohrmelasse, Bäckerei-Nebenerzeugnisse, ausgesuchte
Getreidearten, wertvolle aufgepoppte Getreidesorten, Saaten, gehackte Nüsse, Honig, pflanzliche
Nebenerzeugnisse, tierisches Eiweiß, tierische Nebenerzeugnisse, frische Eier, Milch und Molkereierzeugnisse,
Joghurtpulver...und sind deshalb nicht artgerecht!!!"...
Link Ernährung der DMSL
Das gesündeste Futter für Meerschweinchen ist Wiese mit Wildkräutern, im Winter ergänzt oder ersetzt
durch blättriges Gemüse, z.B. (Bitter-)Salate, Gemüsegrün, Kohl, Küchenkräuter und ganz wenig Fruchtgemüse,
Knollengemüse (geraspelt) und Obst als Leckerchen. Dazu gibt es besonders im Winter gutes Heu. Trockenfutter und besonders
Pellets, getrocknetes Gemüse und Saaten sind gesundheitsschädlich für die Zähne und die Verdauung.
12,5 g Grünkohl decken z.B. den Tagesbedarf eines MS an Vitamin C ab. Zu viel und besonders künstlich
hergestellte Vitamine schaden sogar eher, als dass sie nützen.
Früher meinte man Pellets füttern zu müssen, damit das MS nicht selektieren und sich nicht das
leckerste aus dem Trockenfutter heraussuchen könne, ansonsten würde es Mangelerscheinungen bekommen.
Das ist völliger Unsinn, weil Wiese und Gemüse alles enthält, was MS benötigen.
Trockenfutter ist eine Erfindung aus den 1970er Jahren und stammt aus der Tiermast.
Es werden darin jede Menge Abfälle aus der Nahrungsmittelindustrie verwurstet, wie Treber,
Trester, Melasse, Schrote und Kleien. Das wird dann teuer verkauft, obwohl es minderwertig ist.
Man könnte es auch als Fast-Food für Tiere bezeichnen.
Der einzige Vorteil der Fütterung von Trockenfutter besteht darin, dass es eine Zeit-
und Geldersparnis bringt. Die Tiere sind schneller satt, man muss weniger Wiese und
Gemüse heranschaffen und Gemüse ist natürlich besonders im Winter teuer.
Leider verlangsamt es die Verdauung und die Tiere kauen weniger.
In Folge leidet die Zahngesundheit (mangelnder Abrieb, Fehlbelastung des Kiefers)
und die langsame Verdauung fördert Verdauungsprobleme und Infektionen mit Hefen und Endoparasiten.
Der pH-Wert im Darm wird abgesenkt und die natürliche Darmflora wird geschädigt.
Meerschweinchen müssen physiologisch große Mengen kalorienarmer und zellulosereicher
Nahrung aufnehmen, damit sie gesund bleiben.
Fazit: Falsche Ernährung fördert Zahnfehlstellungen, Abszessbildung, Stoffwechselerkrankungen,
Fettleibigkeit, Erkrankungen des Verdauungstraktes mit Verstopfungen, Aufgasungen und Durchfall,
Gelenkserkrankungen, Erkrankungen der Leber, Nieren und der Harnwege usw. 80 % aller Erkrankungen
entstehen also durch Fütterungsfehler, nicht etwa durch erbliche Vorbelastungen.
Bitte laden Sie sich dazu unseren Flyer "Ernährung" in der Navigationsleiste (oben) herunter!

Link gesunde Ernährung, Dr. Diana Ruf

Ernährung I

Ernährung II
Quelle: Dr. Hermann Wenzel, Tierarzt +
Anmerkung der "Redaktion": Die Aussagen zu nassem Gras, der Ein-Pellet-Fütterung
und der Menge an Trockenfutter bestätigen wir nicht!
Sie sind veraltet und mittlerweile überholt.
Pflege
Meerschweinchen sind keine Streicheltiere, sondern reine Beobachtungstiere.
Sie mögen es nicht gerne hochgehoben zu werden, denn Raubvögel
sind ihre größten Feinde in der alten Heimat. Die lieben es auch nicht gestreichelt zu werden.
Untereinander wird Körperkontakt gemieden, nur Jungtiere oder kranke Tiere
suchen körperliche Nähe. Dennoch ist der sogenannte TÜV, die wöchentliche
Gesundheitskontrolle mit Wiegen, Schneidezahn-Kontrolle und Krallen-Kontrolle
(ggf. schneiden) dringend erforderlich, um Erkrankungen rechtzeitig zu bemerken.
Meerschweinchen verbergen Erkrankungen ganz gezielt um Raubtieren
nicht als potentielles Oper aufzufallen. Bei Gewichtsschwankungen von mehr als
50 g binnen einer Woche sollte umgehend der Tierarzt aufgesucht werden.
Wie das alles geht, zeigt Ihnen jede Notstation gerne,
auch beim Krallen schneiden sind wir gerne behilflich.
Nötige Pflegemaßnahmen sind außer der täglichen Fütterung die Reinigung
des Geheges (mind. 1 x wöchentlich), das tägliches Entfernen von Futterresten
und feuchten Stellen (Pipi-Ecken). Langhaarigen Meerschweinchen wird das Fell
im Winter bodenlang abgeschnitten. Im Sommer darf das Fell gerne einen kürzeren
Haarschnitt bekommen, denn Meerschweinchen sind sehr hitzeempfindlich.
Ungeeignetes Pflegezubehör sind alle Arten von Bürsten, Shampoos
sowie Pflege- und Deosprays, parfümierte, pelletierte Einstreu und Katzenstreu!

Pflege
Quelle: Dr. Hermann Wenzel, Tierarzt +
Link Schweine-TÜV der DMSL
Reinigung der Perinealtasche
Link zu den Salatkillern
Fellpflege bei Langhaarmeerschweinchen
Link zu den Salatkillern
Link Krallen schneiden der DMSL
Link Baden der DMSL (bitte nur in extremen Ausnahmefällen)
Beschäftigung
Die Raschelkiste
Ein Pappkarton, etwas trockenes Laub im Herbst, Heu oder kurzhalmiges Stroh als Füllung.
Darin versteckt ein paar Leckerchen, das ist ein toller Spass für Spürnasen
und garantiert stundenlange Unterhaltung für Zweibein und Schweinchen.
Kalle und Krümel jedenfalls gefällt es sehr. :-D
Fotos mit freundlicher Genehmigung von Jasmin aus Norderstedt:
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"Versaute" Spiele
Link zu einer "etwas anderen" Meerschweinchenseite
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Zur Zeit kursieren wieder einmal Posts in den sozialen Medien zum Thema Wiesenfütterung im Herbst und Winter.
Angeblich ist das sooooo schädlich und es wird davor gewarnt, Stichwort Fruktan!
Dieser Beitrag mit dem Fruktan stammt aus dem letzten Jahr, ihr solltet ihm keine Beachtung schenken, er ist Unsinn.
Fruktane sind langkettige Zucker, auch Inulin in Bittersalaten gehört zu den Fruktanen und ist sogar sehr gesund.
Pflanzen bilden Fruktan, wenn sie durch Kälte oder wenig Sonne und Regen weniger wachsen können. Auch im Gemüse
im Kühlschrank und im Heu ist Fruktan enthalten. Eine andere Bezeichnung dafür ist Oligo-Frukto-Saccharide.
Diese werden sogar vielen Futtermitteln zugesetzt.
Meerschweinchen haben im Darm nützliche Helfer, die diese langkettigen Zucker spalten können (Bakterien).
Sie können ebenso wie Wildtiere nicht die Nahrungsaufnahme einstellen, wenn es kalt ist.
In der Heimat der Meerschweinchen gibt es jede Nacht Temperaturen in der Nähe des Gefrierpunktes
und von März bis Oktober auch Frost. Tagsüber wird es bis 25 ° warm. Auch dort enthält die Futtervegetation Fruktan.
Das Wildmeerschweinchen hätte die Jahrmillionen der Evolution wohl kaum überlebt, wenn es nicht mit Fruktan umgehen könnte.
Auch ist Wiese im Winter nicht nährstofffrei, sie enthält auch Vitamine, eben nur weniger, weil das Gras nicht wächst.
Frostprodukte für das Zweibein zum Beispiel enthalten oft sogar mehr Vitamine, als frisches Gemüse, das lange gelagert wurde.
Also werden Vitamine nicht durch niedrige Temperaturen zerstört.
Glaubt nicht alles, was irgendwer schreibt einfach so und ungeprüft. Ihr macht Euch sonst verrückt.
Füttert ruhig Wiese im Winter, wenn Eure Schweinchen daran gewöhnt sind und ihr genug findet.
Es gibt kein natürlicheres und gesünderes Naturfutter!

Quelle: www.wetteronline.de
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