Nothilfebanner3





Erkrankungen und medizinisches



Video Pflege
Quelle: Dr. Hermann Wenzel, Tierarzt +


Im Erkrankungsfall ist die richtige Tierarztwahl von grundlegender Bedeutung.
Es ist wichtig, den kleinen Patienten rechtzeitig einem mit Meerschweinchen
erfahrenen Tierarzt vorzustellen. Bitte fragen Sie in Ihrer Notstation nach einer
empfehlenswerten Praxis!


Hinweise auf Erkrankungen können sein:

-Teilnahmslosigkeit,
- gekrümmtes Kauern,
- gesträubtes Fell,
- zusammengekniffene, trübe oder tränende Augen,
- Kopfschiefhaltung,
- häufiges Kratzen,
- Appetitlosigkeit,
- Durchfall,
- Verstopfung,
- Atemgeräusche oder pumpende Atmung,
- häufiges Niesen,
- Nasenausfluss oder Husten.

In diesen Fällen ist unbedingt unverzüglich ein kompetenter Tierarzt aufzusuchen!



Amazon




Externe Linksammlung zum Thema:


Abszesse

Anatomie

Antibiotika

Atherome

Augenverletzungen

Ballenentzündung

Ballenhorn

Baumelzehen

Blähungen / Tympanie

Blasensteine

Blinddarmkot

Blutentnahme

Brünstigkeit

Darmflora

Diabetes

Durchfall

Eierstockzysten (Ovarialzysten)

Fliegenmaden

Haare fressen

Haarlinge

Hefepilze im Darm

Hitze

Köttelkur

Kokzidose

Krallen

Krallen schneiden

Verdrehte Krallen

Leukose

Lippengrind

Milben

Narkose

Notfallapotheke

Ohrenentzündung

Pasteurellose

Penisvorfall

Perinealtasche

Reinigung der Perinealtasche

Pilzbefall

Pilzerkrankungen

Rolllid

Satinkrankheit

Schilddrüse

Schnupfen

Tierarzt

Toxoplasmose

Trächtigkeit

Verdauungsprobleme

Wunden

Zähne

Zahnerkrankungen

Symptome für Zahnerkrankungen

Beispiele für Zahnerkrankungen

Zwangsernährung



Parasiten und Hautpilzerkrankungen


Bei einem Verdacht eines Befalles mit Parasiten (Milben, Haarlinge) ist umgehend ein Tierarzt aufzusuchen.
Nur der TA kann unterscheiden, ob es sich nicht vielleicht doch eher um einen Haupilz handelt.

Bei Parasiten ist die Haut oft schuppig, das Fell fällt in Schuppen aus, das Tier kratzt sich blutig und empfindet
starken Juckreiz und Schmerzen, die im Extremfall sogar zu einer Art epileptischem Anfall führen konnen.
Bei Hautpilz sind die Haarausfälle meist kreisrund, weißlich belegt und befinden sich an „feuchten“ Stellen in
der Nähe von Augen, Ohren, Mund oder Genital. Parasiten befinden sich dagegen oft im Brust-, Nacken- und Rückenfell,
Haarlinge gerne auch am Bauch und am Gesäuge.
Der TA wird einen Tesaabklatsch zur Diagnose von Haarlingen oder/und ein Hautgeschabsel zur Diagnose von Milben (Sarcoptes, Demodex)
entnehmen und unter dem Mikroskop betrachten. Bei Hautpilz ist die Anlage einer Kultur möglich, allerdings dauert sie lange und
dem Tier muss parallel geholfen werden. Die Diagnose mit der sogenannten Woodschen Lampe ist unzuverlässig,
da das gesamte Fell meist von vorneherein mit Pilzsporen behaftet ist. In der Luft und im Heu befinden sich allerlei Pilzsporen,
die aber zumeist nicht ansteckend, also krankmachend sind.

Es ist in jedem Fall sinnvoll auf eine gute Hygiene zu achten, denn Hautpilze sind auch für Menschen ansteckend.
Gutes Händewaschen ist deshalb Pflicht. Das sollte aber im Umgang mit Haustiere sowieso immer Pflicht sein.
Parasiten wie Haarlinge und die oben genannten Milben können nicht auf Menschen übertragen werden.
Sie halten sich höchstens versehentlich und kurzzeitig auf wirtsfremden Individuen auf.
Sie können aber zu Juckreiz und Pusteln, sogenannter Pseudokrätze führen. Meist handelt es sich dabei
um allergische Reaktionen gegen den Kot der Parasiten. Eine Desinfektion der Umgebung ist nicht nötig.

An Behandlungen gegen Parasiten stehen dem Tierarzt sogenannte Spot ons zu Verfügung,
die für kleine Katzen gedacht sind (Stronghold, Advocate...) . Diese werden im Nacken der Tiere aufgebracht,
durchdringen die Haut und verteilen sich im gesamten Körper. Eine Nachbehandlung ist nach 3 bis 4 Wochen erforderlich,
um abgelegte Eier und die neu geschlüpften Parasiten ebenfalls abzutöten. Ansonsten ist der Befall nicht vollständig zu besiegen.
Es ist ebenfalls möglich das Tier in wöchentlichem Abstand mindestens 3 mal mit Antiparasitika zu spritzen.
Diese Spritzen (Ivermectin) wirken entgegen der häufigen Meinung nicht „besser“, sondern lediglich ein paar Tage schneller,
da sie den Umweg über die Haut nicht nehmen müssen. Es ist sinnvoll alle Tiere der Gruppe zu behandeln um gegenseitige Neuansteckung zu vermeiden.

Die Behandlung von Hautpilz wird häufig durch Betupfen mit Waschlösung, Bäder (Imaverol) und durch das
Auftragen von Crems (Canesten o.ä.) oder Emulsionen (Surolan) vom TA eingeleitet.
Mittlerweile gibt es wesentlich bessere Möglichkeiten aus der Humanmedizin, die allerdings TÄ unbekannt
sind und nicht im Lehrbuch stehen. Oft reicht hier eine einzige Anwendung (Lamisil once gg. Fußpilz),
während die von TÄ angewendete Behandlung über Wochen fortgesetzt werden muss. Eine Absonderung der befallenen Tiere ist unnötig.
Oft führen eine Mangelernährung oder/und ein geschwächtes Immunsystem (z.B. durch Stress) zu einer Erkrankung.
Eine Behandlung mit Tabletten (Itrafungol) ist nur in besonders schweren Fällen sinnvoll, da es zur Organschädigung (Leber, Nieren) kommen kann.

Dringend abzuraten ist eine Selbstmedikation mit Antiparasitika, die freiverkäuflich im Handel zu
erwerben sind. Sie wirken oft gar nicht oder haben starke und sogar lebensbedrohliche Nebenwirkungen. Bitte geht zum Tierarzt!




Copyright: Gabriele Busch, 2016-2020